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Die Bayreuther Festspiele

Eine Aufführung von Tannhäuser von lorenzog. (in tour)/Flickr.com

Eine Aufführung von Tannhäuser von lorenzog. (in tour)/Flickr.com

Die diesjährigen Bayreuther Festspiele sorgten für ordentlich Gesprächsstoff. Insbesondere die Neuinszenierung des „Tannhäuser“ wurde durch heftiges Kopfschütteln und Buhrufe stark kritisiert.

Der Kommentar der Festspielleiterin Katharina Wagner war jedoch sehr gelassen. Sie resignierte und meinte, dass es egal sei, wer in Bayreuth inszeniere, es gäbe immer Aufschreie. Es sei gut, wenn Inszenierungen Diskussionen auslösen, denn das zeige, dass sie das Publikum nicht kalt lassen. Als Leiterin hat Katharina Wagner es auch nicht unbedingt leicht. Schlechte Resonanz hat sie auch aus dem Publikum für ihre Debüt-Inszenierung „Die Meistersinger von Nürnberg“ bekommen. Wagner selbst hält sich sowohl mit positiver als auch mir negativer Kritik stets eher zurück. Sie glaubt an eine stete Weiterentwicklung, das Aufnehmen von Kritik und an ein kontinuierliches Weiterarbeiten.

Viel positive Kritik bekamen hingegen die Regisseure Hans Neuenfels und Stefan Herheim für die Inszenierungen der Opern „Lohengrin“ und „Parsifal“. „Lohengrin“ war sogar erstmals live im Programm des Kultursenders arte zu sehen. Das strahlende Traumpaar gaben Klaus Florian Vogt und Annette Dasch ab.

So stehen „Lohengrin“ und „Parsifal“ ebenso wie „Tannhäuser“ und „Tristan und Isolde“ auch im nächsten Jahr wieder auf dem Spielplan. Hinzugefügt wird außerdem die Neuinszenierung des „Fliegenden Holländers“ durch Jan Philipp Gloger. Noch nicht ganz feststehend in die Neuinszenierung „der Ring der Nibelungen“ anlässlich des 200. Geburtstag Richard Wagners im Jahr 2013. Gerüchten zu Folge sollen der Intendant der Berliner Volksbühne, Frank Castorf, und der Dirigent Kirill Petrenko jedoch abgesagt haben. Katharina Wagner betont jedoch, dass sie nach einer siebenstündigen Kurzfassung des „Ring der Nibelungen“ im Herbst in Buenos Aires erst 2015 wieder bei „Tristan und Isolde“ als Regisseurin in Bayreuth aktiv werden.

Loriot, ein Nachruf

Vicco von Buelow von -Mercedes1976-/Flickr.com

Vicco von Buelow von -Mercedes1976-/Flickr.com

Niemand hat die Marotten der Deutschen wohl so gut verstanden wie Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow, besser bekannt als Loriot der vergangene Woche im Alter von 87 Jahren im Kreise der Familie verstarb. Mit einer außerordentlichen Beobachtungsgabe und einem Gespür für die kleinen Dinge, die guten Humor ausmachen brachte er wohl jeden von uns schon einmal herzhaft zum Lachen. Dabei hatte es der Humorist selber nicht so leicht im Leben wie seine Ausgeglichenheit und sein unverwechselbarer Humor es vermuten lassen. Seine Mutter starb als er gerade einmal sechs Jahre alt war. Mit 17 Jahren zog er als Panzergrenadier nach Russland in den Krieg. Nach Kriegsende holte er sein Abitur nach und begann auf Drängen des Vaters zu studieren. Während des Studiums begann er zu zeichnen und lernte seine spätere Frau Marie Schlumborn kennen, sie blieben bis zum Ende seiner Lebtage vergangene Woche zusammen. Während er anfangs nur Portraits von Kommilitonen malte, begann er später auch erste Comics zu zeichnen, die Geburtsstunde seine legendären Knollnasenmännchen. Ab 1950 verkaufte er seine Bilder an Zeitschriften wie den Dter, Quick oder Pardon.

Noch bekannter als seine Comics sind wohl seine Sketche oder seine zwei Kinofilme „Papa ante Portas“ und „Ödipussi“, welche sowohl in Ost-, als auch in Westdeutschland Millionen Menschen ins Kino lockten. In den Filmen parodiert er unsere deutsche Gesellschaft auf eine still- und niveauvolle Art, ohne dass ihm das jemand übel nehmen könnte. Er brachte den Deutschen bei, wieder über sich selbst lachen zu können, sich selbst nicht so ernst zu nehmen und mit einer gewissen Leichtigkeit an alles heranzugehen. Dieses Geschenk machte der verstorbene Künstler seinem Heimatland und genau dafür wird er uns allen ewig im Gedächtnis bleiben.