Fernsehen

Privatfernsehen auf niedrigstem Niveau: Die Alm

Gina-Lisa von von MMOSpiele/Flickr.com

Gina-Lisa von von MMOSpiele/Flickr.com

Nach den Serien „Germanys Next Topmodel“, „Deutschland Sucht den Superstar“ und dem „Dschungelcamp“ gibt es nun mal wieder eine Serie, bei der man sich nach dem Sinn und dem Informationsgehalt fragt. „Die Alm – Promischweiß und Edelweiß“, so heißt die neue Serie von Pro7, die täglich Sonntags bis Freitags um 22.15 läuft.

Schon vor sieben Jahre lief eine Staffel der Alm auf Pro7. Nun versuchen sie ihr Glück wieder und haben neun fernseherfahrene Menschen auf eine Hütte nach Südtirol geschickt, um dort ohne Strom,fließend Wasser und sämtliche Elektronik zu leben. Diese fernseherfahrenden Menschen werden als Prominente betitelt. Fraglich ist hier jedoch, was die Macher unter Prominenten verstehen. Die Teilnehmerinnen wie Gina-Lisa Lohfink oder Tessa Bergmeier stammen aus der „Topmodel“-Schmiede vom gleichen Sender, ebenso wie Heidi Klums Helfer Rolf „Rolfe“ Schneider. Außerdem dabei ist der ehemalige „DSDS“ Teilnehmer Thomas „Der Checker“ Karaoglan, der schon bei der RTL Show „Let’s Dance“ vergebens teilgenommen hat. Außerdem nehmen noch der 49- jährige Manni Ludolf, Charlotte Karlinder, Carsten Spengemann, Werner Lorant und Kathy Kelly von der „Kelly Family“ an dem wohl uninteressantesten Fernsehevents des Jahres teil.

Schon beim Aufzählen der Namen kommen einem die meisten nicht ein mal bekannt vor, obwohl fast alle in mehrerer gleichrangigen Shows antraten und gleich nach ihrem versuchten auftreten wieder in der Versenkung verschwanden.

Wie auch im „Dschungelcamp“ verplappern sich die C-Promis aus versehen und lassen so ihren Geheimnissen über Schöhnheits-OPs oder Ähnlichem freien Lauf. In der nächsten Zeit werden sie noch genug Gelegenheiten haben uns und sich selber auf die Nerven zu gehen und zu versuchen, ihren Namen wieder etwas bekannter zu machen.

Loriot, ein Nachruf

Vicco von Buelow von -Mercedes1976-/Flickr.com

Vicco von Buelow von -Mercedes1976-/Flickr.com

Niemand hat die Marotten der Deutschen wohl so gut verstanden wie Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow, besser bekannt als Loriot der vergangene Woche im Alter von 87 Jahren im Kreise der Familie verstarb. Mit einer außerordentlichen Beobachtungsgabe und einem Gespür für die kleinen Dinge, die guten Humor ausmachen brachte er wohl jeden von uns schon einmal herzhaft zum Lachen. Dabei hatte es der Humorist selber nicht so leicht im Leben wie seine Ausgeglichenheit und sein unverwechselbarer Humor es vermuten lassen. Seine Mutter starb als er gerade einmal sechs Jahre alt war. Mit 17 Jahren zog er als Panzergrenadier nach Russland in den Krieg. Nach Kriegsende holte er sein Abitur nach und begann auf Drängen des Vaters zu studieren. Während des Studiums begann er zu zeichnen und lernte seine spätere Frau Marie Schlumborn kennen, sie blieben bis zum Ende seiner Lebtage vergangene Woche zusammen. Während er anfangs nur Portraits von Kommilitonen malte, begann er später auch erste Comics zu zeichnen, die Geburtsstunde seine legendären Knollnasenmännchen. Ab 1950 verkaufte er seine Bilder an Zeitschriften wie den Dter, Quick oder Pardon.

Noch bekannter als seine Comics sind wohl seine Sketche oder seine zwei Kinofilme „Papa ante Portas“ und „Ödipussi“, welche sowohl in Ost-, als auch in Westdeutschland Millionen Menschen ins Kino lockten. In den Filmen parodiert er unsere deutsche Gesellschaft auf eine still- und niveauvolle Art, ohne dass ihm das jemand übel nehmen könnte. Er brachte den Deutschen bei, wieder über sich selbst lachen zu können, sich selbst nicht so ernst zu nehmen und mit einer gewissen Leichtigkeit an alles heranzugehen. Dieses Geschenk machte der verstorbene Künstler seinem Heimatland und genau dafür wird er uns allen ewig im Gedächtnis bleiben.

 

Schleichwerbung im Fernsehen

Beim Fernsehgucken von evilpeacock/Flickr.com

Beim Fernsehgucken von evilpeacock/Flickr.com

Einen schönen Fernsehabend auf der Couch verbringen und die zwischen den Fernsehsendern hin und her schalten, bis man das für sich beste Programm gefunden hat. Und ehe man sich entspannt hat, blendet ein Slogan auf dem Bildschirm auf: „Gleich geht’s weiter…!“ Damit nicht genug, denn mittlerweile wird man von Marken und Werbungen auch während der Sendung gestört.

In Deutschland gibt es dafür ein zuständiges Amt – die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK). Sie rügt unzulässige Fälle von Schleichwerbungen. Und so kam es dazu, dass die australische Sängerin Kylie Minoque in einem VW Cabrio durch einen Sat-1-Trailer fuhr. Nach Meinung des ZAK ist dies unzulässig, weil in dem Trailer nicht eindeutig zu erkennen sei, ob dies nun ein „normales Fernsehprogramm“ mit redaktionellen Inhalten, oder ob es eine Werbung ist.

Auch beim deutschen Sportsender Sport 1 gab es einen Vorfall unzulässiger Werbung. Hierbei wiegt das Vorgehen allerdings klarer und schwerer. Am 27. Februar übertrug Sport 1 eine Begegnung im englischen Ligapokal. Dabei wurden mehrere Sponsoringhinweise und ein Werbesport des Glücksspielanbieters ausgestrahlt, obwohl dieser gar nicht in Deutschland zugelassen ist. Des Weiteren darf in Deutschland nicht für Glücksspiel geworben werden.

Auch ein türkisch-sprachiger Sender wurde von der Kommission gerügt. Sie haben dabei ein Produkt zu deutlich beschrieben und am Ende sogar noch den Preis und den Hersteller genannt.

Immer wieder werden Fälle von Schleichwerbungen bekannt. Diese ist in Deutschland verboten, weshalb man bei Fernsehsendungen meist überhaupt nicht den Namen einer Marke erkennen kann. Die Fernsehsender und Produktionsfirmen sind dazu angehalten, Schleichwerbung zu unterbinden, indem sie z.B. das Logo abkleben oder entfernen.

So sollte der alltägliche Fernsehabend wieder zum Genuss werden und nicht zu einer weiteren Werbeveranstaltung.