Medien Allgemein

Neue Jobkreationen durch soziale Medien

© kbuntu - Fotolia.com

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Das Internet hat sich neben Zeitungen, Zeitschriften, Radio und Fernsehen schon längst in die Reihe der Nachrichten- und Unterhaltungsmedien eingefügt. Das hat auch die Werbebranche erkannt und will über den Kanal der Sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter einen neuen Markt bedienen. Dadurch müssen auch die Aufgabenbereiche und somit die Berufsbilder und -bezeichnungen angepasst werden. Infolge dessen sind eine ganze Palette neuer Berufe im Social Media Bereich entstanden. Channel Planner, Corporate Blogger, Social Media Manager oder Word-of-Mouth-Manager sind die neuen Spezialisten der Branche. Der Chef der Werbeagentur “webguerillas” in München, David Eicher, prognostiziert, dass “Kommunikation insgesamt wesentlich persönlicher und interaktiver wird”. Junge Menschen in Deutschland kommunizieren immerhin schon großteils über solche Plattformen. 
Die Bezeichnung des Corporate Blogger kann Nils Nesselmann erklären, er übt diesen Beruf aus. “Ein Corporate Blogger ist jemand, der nicht privat einen Blog betreibt, sondern im Auftrag eines Unternehmens.” Dem User werden im Blog neue Produkte vorgestellt, deren Features erklärt und darüber hinaus kann er über die Kommentar-Funktion direkt mit dem Unternehmen in Kontakt treten. Eine spezielle Ausbildung zum Corporate Blogger gibt es allerdings bisher nicht. 
Ein Word-of-Mouth-Manager ist zuständig für die klassische Mundpropaganda, die es schon immer gibt. Er kümmert sich darum, dass für ein Produkt oder eine Dienstleistung die passenden Multiplikatoren angesprochen werden und dadurch möglichst viel Mund-zu-Mund-Propaganda entsteht. Dafür werden Testpersonen ausgesucht, die das Produkt ausprobieren und dann weiterempfehlen. 
Der Social Media Manager übernimmt viele dieser Tätigkeiten, nur wenige Unternehmen unterscheiden zwischen den Bezeichnungen. Er unterstützt klassische PR-Aufgaben, erstellt Blog-Einträge und postet Links in Foren und Plattformen. Dafür ist es zuträglich, auch privat viel im Netz unterwegs und bei relevanten Themen immer auf dem Laufenden zu sein. 

Was die Deutschen lesen

Buch, Foto von rosmary/flickr.com

Buch, Foto von rosmary/flickr.com

Eigentlich sollte es doch überraschend klingen, wenn man hört, dass nun ausgerechnet ein Fußballer die heiß ersehnte zweite Veröffentlichung von Charlotte Roche von der Bestsellerliste stieß. Nur eigentlich- denn schaut man sich die Woche an nachdem Philipp Lahm sein Buch „Der feine Unterschied“ veröffentlichte, fällt auf, dass diese geprägt ist von eher ungewöhnlichen Autoren und doch auch unerwarteten Werken. Herr Völler und Herr Löw folgten dem Fußballerbeispiel und schließen sich dem Pfad an, den man den Ballsportlern nicht in erster Linie zutrauen würde.

Die Bild-Zeitung nahm die Überraschung schon ein wenig vorweg und sorgte bereits vorher mit ersten abgedruckten Auszügen aus Lahms Buch für Aufregung.

Ein ganz so großer Überflieger der Bestsellerlisten ist er jedoch nicht, das zeigen Amazon, Spiegel und Focus. Während das Buch Heribert Schwans über Hannelore Kohl bei den Sachbüchern auf Platz eins glänzt, schafft es Philipp Lahm nur auf den 16. Platz. Vorerst mit einer Auflage von 100 000 Exemplaren begann sein Verlag. Fräulein Roche hingegen trifft den Zeitgeist der Deutschen sogleich mit 500 000 Exemplaren.

Doch scheinbar rührt auch Fußball stark die deutschen Herzen an. Das Angebot bedient die Schlüsselthemen. Sex kommt nie aus der Mode und ist auch unter Lesern immer interessant, die Familie Kohl setzt sich mit den Problemen hinter der netten Familienfassade auseinander- auch das ist nahezu jedem selbst bekannt und liest sich über berühmte Personen natürlich umso besser. Nun reizt auch der Sport, nicht nur im Stadion, sondern auch in Hoffnung auf interne Neuigkeiten aus der Branche, den kleinen oder größeren Streitigkeiten und Lästereien über ehemalige Trainer. All das auch noch, ohne wirklich brisant zu werden.

Es bleibt also abzuwarten, ob Fußballfans im Buchhandel ebenso leidenschaftlich sind wie im Stadion und die Kohl-Geschichte nicht doch noch von der Lahms verdrängt wird.

Der Deutsche Radiopreis 2011

Herbert Grönemeyer live on U2005.com/Flickr.com

Herbert Grönemeyer live on U2005.com/Flickr.com

Die Verleihung des Deutschen Radiopreises steht wieder bevor: Am 8. September 2011 geht es in Hamburg im „Schuppen 52“ am Hafen rund. In zehn Kategorien von „Bester Comedy“ über „Beste Morgensendung“ bis „Beste Höreraktion“ werden private und öffentlich-rechtliche Radiosender und deren Mitarbeiter ausgezeichnet. Die Jury rekrutiert sich vom Deutschen Grimme-Institut, moderiert wird von Barbara Schöneberger. Die Ehre, die Preise zu überreichen, haben unter anderem Tim Mälzer, Sonya Kraus und Bülent Ceylan. Auch große internationale Stars wie James Blunt und Herbert Grönemeyer werden neben weiteren Künstlern auftreten. Keine Sorge, falls sie noch kein Ticket haben: Die Show wird live in zahlreichen Radiosendern, in mehreren dritten Fernsehprogrammen der ARD und im Internet als Livestream übertragen.

Nun sind einige Neuigkeiten durchgesickert. Unter anderem sind zwei Moderatorinnen von Radio Hamburg nominiert. Das ist Hamburgers erster lizensierter privater Radiosender, der seit 1986 seine Sendungen ausstrahlt. Von 1993 bis Ende 2006 war er Marktführer in Hamburg, derzeit hören gut eine Millionen Menschen täglich sein Programm. Im letzten Jahr hat der Radiosender schon einen Preis abräumen können: Der Moderator John Ment erhielt für seine „beeindruckende Lebensleistung“ einen der vier Sonderpreise. Er ist seit 1989 durchgängig als Moderator des Morgen-Programms tätig und so zum Markenzeichen für Radio Hamburg geworden.

In diesem Jahr sind es die Moderatorinnen Indra Gerdes und Chrissie Weiss, die für Radio Hamburg den begehrten Preis abräumen könnten. Indra Gerdes ist in der Kategorie „Beste Moderatorin“ nominiert, Chrissie Weiss für das „Beste Interview“. Lustig, dass der Chef des Grimme-Instituts persönlich in Weiss’ Sendung angerufen hat, um ihre Nomination bekannt zu geben. So verfolgten tausende Zuhörer, wie Weiss nach dem Telefonat erst mal vor Glück in Tränen ausbrach. Da bleibt uns nur noch eins: Nämlich am 8. September ganz feste die Daumen für die Damen von Radio Hamburg zu drücken!

Schleichwerbung im Fernsehen

Beim Fernsehgucken von evilpeacock/Flickr.com

Beim Fernsehgucken von evilpeacock/Flickr.com

Einen schönen Fernsehabend auf der Couch verbringen und die zwischen den Fernsehsendern hin und her schalten, bis man das für sich beste Programm gefunden hat. Und ehe man sich entspannt hat, blendet ein Slogan auf dem Bildschirm auf: „Gleich geht’s weiter…!“ Damit nicht genug, denn mittlerweile wird man von Marken und Werbungen auch während der Sendung gestört.

In Deutschland gibt es dafür ein zuständiges Amt – die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK). Sie rügt unzulässige Fälle von Schleichwerbungen. Und so kam es dazu, dass die australische Sängerin Kylie Minoque in einem VW Cabrio durch einen Sat-1-Trailer fuhr. Nach Meinung des ZAK ist dies unzulässig, weil in dem Trailer nicht eindeutig zu erkennen sei, ob dies nun ein „normales Fernsehprogramm“ mit redaktionellen Inhalten, oder ob es eine Werbung ist.

Auch beim deutschen Sportsender Sport 1 gab es einen Vorfall unzulässiger Werbung. Hierbei wiegt das Vorgehen allerdings klarer und schwerer. Am 27. Februar übertrug Sport 1 eine Begegnung im englischen Ligapokal. Dabei wurden mehrere Sponsoringhinweise und ein Werbesport des Glücksspielanbieters ausgestrahlt, obwohl dieser gar nicht in Deutschland zugelassen ist. Des Weiteren darf in Deutschland nicht für Glücksspiel geworben werden.

Auch ein türkisch-sprachiger Sender wurde von der Kommission gerügt. Sie haben dabei ein Produkt zu deutlich beschrieben und am Ende sogar noch den Preis und den Hersteller genannt.

Immer wieder werden Fälle von Schleichwerbungen bekannt. Diese ist in Deutschland verboten, weshalb man bei Fernsehsendungen meist überhaupt nicht den Namen einer Marke erkennen kann. Die Fernsehsender und Produktionsfirmen sind dazu angehalten, Schleichwerbung zu unterbinden, indem sie z.B. das Logo abkleben oder entfernen.

So sollte der alltägliche Fernsehabend wieder zum Genuss werden und nicht zu einer weiteren Werbeveranstaltung.