Loriot, ein Nachruf

Vicco von Buelow von -Mercedes1976-/Flickr.com
Niemand hat die Marotten der Deutschen wohl so gut verstanden wie Bernhard-Viktor Christoph-Carl von Bülow, besser bekannt als Loriot der vergangene Woche im Alter von 87 Jahren im Kreise der Familie verstarb. Mit einer außerordentlichen Beobachtungsgabe und einem Gespür für die kleinen Dinge, die guten Humor ausmachen brachte er wohl jeden von uns schon einmal herzhaft zum Lachen. Dabei hatte es der Humorist selber nicht so leicht im Leben wie seine Ausgeglichenheit und sein unverwechselbarer Humor es vermuten lassen. Seine Mutter starb als er gerade einmal sechs Jahre alt war. Mit 17 Jahren zog er als Panzergrenadier nach Russland in den Krieg. Nach Kriegsende holte er sein Abitur nach und begann auf Drängen des Vaters zu studieren. Während des Studiums begann er zu zeichnen und lernte seine spätere Frau Marie Schlumborn kennen, sie blieben bis zum Ende seiner Lebtage vergangene Woche zusammen. Während er anfangs nur Portraits von Kommilitonen malte, begann er später auch erste Comics zu zeichnen, die Geburtsstunde seine legendären Knollnasenmännchen. Ab 1950 verkaufte er seine Bilder an Zeitschriften wie den Dter, Quick oder Pardon.
Noch bekannter als seine Comics sind wohl seine Sketche oder seine zwei Kinofilme „Papa ante Portas“ und „Ödipussi“, welche sowohl in Ost-, als auch in Westdeutschland Millionen Menschen ins Kino lockten. In den Filmen parodiert er unsere deutsche Gesellschaft auf eine still- und niveauvolle Art, ohne dass ihm das jemand übel nehmen könnte. Er brachte den Deutschen bei, wieder über sich selbst lachen zu können, sich selbst nicht so ernst zu nehmen und mit einer gewissen Leichtigkeit an alles heranzugehen. Dieses Geschenk machte der verstorbene Künstler seinem Heimatland und genau dafür wird er uns allen ewig im Gedächtnis bleiben.