So war das Dockville 2011
Seit einigen Jahren gehört das Dockville wohl zu den populärsten Indie-Festivals Deutschland und konnte auch in diesem Jahr wieder 20 000 Menschen an die Bühnen locken. Und das ganze sogar trotz des schlechten Wetters, was für einige Beobachter eine wahre Überraschung gewesen sein wird. Doch die Hamburger und deren Dockville Besucher sind halt hart im Nehmen, und solch ein bisschen Wasser kann denen gar nichts anhaben, geschweige denn sie von einem Festival und ihren Bands abhalten.
So waren die Besucher von der Musik begeistert. Jedoch war es gar nicht so leicht zu den Bühnen vorzudringen. Denn wer keine Gummistiefel anhatte war ganz klar im Nachteil. So waren die ganzen Flächen vor den Bühnen derart zugeschlammt, dass sich keine einzige trockene Stelle fand. Die Veranstalter wollten zwar dagegen wirken, konnten mir ihren wenigen kleinen Kiessäcken auch nicht wirklich etwas ausrichten, sodass diese Maßnahme wirkungslos verpuffte. So kam es, dass vor der Hauptbühne jeder Zuschauer mindestens Knöcheltief im Schlamm stand und somit festverankerter Zuschauer war. Wer sich zur Nebenbühne begab konnte erleben was es bedeutet so richtig im Schlamm zu versinken. Denn dort schafften es einige Zuschauer tatsächlich knietief im Schlamm zu versinken und somit in Hüfthöhe ihrer Band zu zujubeln.
Musikalisch und organisatorisch gesehen war das Dockville jedoch ein voller Erfolg, wofür an sich auch schon die große Zuschaueranzahl trotz des schlechten Wetters spricht. So waren die Besucher begeistert und ließen sich von Nässe, Kälte und Dreck nicht abschrecken, sondern ließen sich ganz im Gegenteil viel mehr zu wilden Pogos und wärmebringenden Tänzen hinreißen.
Man darf somit erwartungsvoll auf das Dockville 2012 gespannt sein, welches dann hoffentlich bei angenehmen 28 Grad und Trockenheit gefeiert wird. Das ist uns das Wetter einfach schuldig.

Schlamm auf dem Dockville 2011, Foto: brainbitch_flickr
Kultband: Rise Against

Rise Against von flickrenric/Flickr.com
Dass Rise Against mittlerweile eine Kultband geworden ist, lässt sich nicht leugnen. Dies zeigt zumindest das Verhalten des Publikums, das beim Betreten der Band laut „Rise“ schreit. Schon selbst bei der Vorband sind die Rufe deutlich zu vernehmen. Auch nicht ohne Grund, schließlich hat die vierköpfige Band aus Chicago mit ihrem neuen Album „Endgame“ ein Punktlandung auf den ersten Platz in deutschen Album-Charts geschafft.
Auch die Deutschland-Tour der Band aus Amerika war schon im März ausverkauft. Auch wenn man es kaum glauben kann: Laut Erfahrungsberichten sind die Bandmitglieder dennoch auf den Boden der Tatsachen geblieben und geben sogar kleinen Bands die Chance zu spielen. Diese treten bei Konzerten dann als Vorband auf. Aber auch bei offiziellen Auftritten sagen die vier Jungs von Rise Against ihre Meinung zu Problemen in der Welt und vertreten so ein sozialverantwortliches Interesse.
Bei den Konzerten spielen sie dennoch Klassiker wie „Ready to Fall“, „Prayer of the Refugee“ und „Audience of One“. Allerdings auch neue Hits wie „Make It Stop“ kommen bei den Fans richtig gut an. Die Fans singen nicht nur die Lieder, sie rufen immer wieder “Rise” und stampfen mit den Füßen auf den Fußboden. Und auch der Sänger untermalt seine Verbundenheit zu den Fans, indem er es in Liedpausen erkenntlich macht. Wer bei den Konzerten das Glück hatte, eine Karte zu ergattern, erlebte ein stimmungsgeladenes Konzert. Die Konzertbesucher scheinen jedenfalls immer glücklich zu sein, wenn sie aus der Konzerthalle gehen. Dabei geben die Texte allerdings eigentlich überhaupt keinen Anlass zur Glückseligkeit. Dort singen sie nämlich von Problemen aus der Welt. Es werden Themen wie Krieg, Umweltzerstörung, Tierquälerei, Homophobie und vieles weitere Probleme angesprochen.
Bleibt zu hoffen, dass die Fans bei all der emotionsgeladenen Stimmung ab und an auch auf die Texte achten, selbst wenn diese euphorisch ins Mikrofon gesungen werden.
Max Raabe live

Max Raabe live, Foto: novopics_flickr
Am 20.08.2011 war es in Berlin mal wieder so weit. Max Raabe gab in der Waldbühne in Charlottenburg ein Open Air Konzert. Fünfzehntausend Fans sind gekommen. Diese bestanden aus unterschiedlichsten Generationen. Junge Paare, mittelalte Frauen und Rentner mischten sich, um der Musik zu lauschen. Mit den gewitzten Schlagern der 1920er und 30er Jahre hat Max Raabe das breit gefächerte Publikum erobert und es scheint ihn nicht loslassen zu wollen. Auch seine neuen Lieder, die mit Annette Humpe zusammen geschrieben wurden, fanden großen Anklang.
Die Begeisterung, die das Publikum ihm entgegen brachte, schien bei ihm keine großen Regungen hervor zu rufen. Es ist allgemein bekannt, dass es keine großen Gesten vom Raabe zu erwarten gibt. Somit sind ein Kopfnicken und das Hochziehen einer Augenbraue sehr bekannte und beliebte Gesten, die er gelegentlich dem Publikum schenkt.
Den Anfang des Konzerts bildete ein Lied von seinem neuen Album „Ich bin nur wegen dir hier“, was für große Lacher sorgte. Mühelos konnten die neuen Lieder an die vergangenen anknüpfen und wie immer begeistern. Das nebeneinander von Alt und Neu und Jung und Alt glückt dank der ewig gleichen Mischung aus Tiefsinn und Albernheit, die sich durch die Chansons ziehen. Die Verbindung klappt auch so gut, da Raabe immer Zeit für einen witzigen Kommentar ohne nur das kleinste Schmunzeln seinerseits hat.
Im Dunkel der Nacht hört man das summen des Publikums zum Gesang „Ich tanze mit dir in den Himmel hinein“ und eine ruhige Stimmung breitet sich in der Waldbühne aus. Nach drei Zugaben und einem Schlaflied von Max Raabe leert sich erstaunlich schnell und ruhig die Waldbühne und alles scheint für einen Moment in Frieden zu sein.
Schleichwerbung im Fernsehen

Beim Fernsehgucken von evilpeacock/Flickr.com
Einen schönen Fernsehabend auf der Couch verbringen und die zwischen den Fernsehsendern hin und her schalten, bis man das für sich beste Programm gefunden hat. Und ehe man sich entspannt hat, blendet ein Slogan auf dem Bildschirm auf: „Gleich geht’s weiter…!“ Damit nicht genug, denn mittlerweile wird man von Marken und Werbungen auch während der Sendung gestört.
In Deutschland gibt es dafür ein zuständiges Amt – die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK). Sie rügt unzulässige Fälle von Schleichwerbungen. Und so kam es dazu, dass die australische Sängerin Kylie Minoque in einem VW Cabrio durch einen Sat-1-Trailer fuhr. Nach Meinung des ZAK ist dies unzulässig, weil in dem Trailer nicht eindeutig zu erkennen sei, ob dies nun ein „normales Fernsehprogramm“ mit redaktionellen Inhalten, oder ob es eine Werbung ist.
Auch beim deutschen Sportsender Sport 1 gab es einen Vorfall unzulässiger Werbung. Hierbei wiegt das Vorgehen allerdings klarer und schwerer. Am 27. Februar übertrug Sport 1 eine Begegnung im englischen Ligapokal. Dabei wurden mehrere Sponsoringhinweise und ein Werbesport des Glücksspielanbieters ausgestrahlt, obwohl dieser gar nicht in Deutschland zugelassen ist. Des Weiteren darf in Deutschland nicht für Glücksspiel geworben werden.
Auch ein türkisch-sprachiger Sender wurde von der Kommission gerügt. Sie haben dabei ein Produkt zu deutlich beschrieben und am Ende sogar noch den Preis und den Hersteller genannt.
Immer wieder werden Fälle von Schleichwerbungen bekannt. Diese ist in Deutschland verboten, weshalb man bei Fernsehsendungen meist überhaupt nicht den Namen einer Marke erkennen kann. Die Fernsehsender und Produktionsfirmen sind dazu angehalten, Schleichwerbung zu unterbinden, indem sie z.B. das Logo abkleben oder entfernen.
So sollte der alltägliche Fernsehabend wieder zum Genuss werden und nicht zu einer weiteren Werbeveranstaltung.